Das Märchen von objektiver Berichterstattung in der Zeitschrift ‚Jäger‘ zum Thema Wolf

Eine Hundebesitzerin in Niedersachsen bei Münster begegnet während ihres Spazierganges im Wald einem Rudel Wölfe. Die Jungen scheinen an ihren Hunden interessiert und flüchten nicht. Die Frau ist verängstigt und tritt ihrerseits den Rückzug an, erleidet daheim einen Zusammenbruch und verständigt den Notarzt. Tage später berichtet die Zeitschrift ‚Jäger‘ über diesen Vorfall. Während sich der Chefredakteur Lucas von Bothmer auf das Protokoll des Wolfsbeauftragten und ‚objektive Berichterstattung‘ beruft, geben sowohl der Verfasser des Protokolls als auch die betroffene Frau gegenüber dem NDR an, dass die Interpretation der Zeitschrift an der Realität vorbei gehe und Panikmache betreibe.

WolfHetze

In der Tat tauchen die reisserischen Textstellen der Zeitschrift im Protokoll überhaupt nicht auf. Auch in der Vergangenheit hat sich die Zeitschrift ‚Jäger‘ bereits einen Ruf im Umgang mit dem Thema Wolf erarbeitet. Es sei an die Schlagzeile erinnert, als ein Bundespolizist an der deutsch-polnischen Grenze einen LKW stoppte, auf dessen Ladefläche sich mehrere Wölfe und Luchse befunden hätten. Nachfragen bei der Polizeidirektion ergaben später, dass es einen solchen Vorfall nie gab. Es wurde zwar in der Tat auf einem LKW ein ‚Steppenwolf‘ sicher gestellt – dabei handelt es sich allerdings um eine Fahrradmarke.

Link zum aktuellen Beitrag über die Begegnung mit dem Wolf im NDR
Link zum ‚Steppenwolf‘ von Januar 2014

Resümee zum Winterkolloquium 2015

Alle Plätze im Hörsaal waren besetzt, auch kein Ersatzstuhl war mehr frei. Dennoch lauschten die Zuhörer gebannt eineinhalb Stunden der Expertise Ulrich Wotschikowskys zum Thema Wolf. Traditionell wurde die Diskussion anschließend bei Kuchen und Bier im Foyer fortgesetzt.

Wir freuen uns über das zahlreiche Erscheinen und den gelungenen Abend. An diese Stelle möchten wir darum nochmals unserem Referenten, den Gästen, der TU Dresden und den Organisatoren aus unseren eigenen Reihen herzlich danken! Dieser Dank gilt nicht zuletzt auch dem Freistaat Sachsen, der die Veranstaltung aus den Mitteln der Jagdabgabe gefördert hat.

Link zu Ulrich Wotschikowskys ‚Wolfsite‘: Hier entlang.
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Großraubtiere auf dem Rückweg nach Europa

Biotopzerschneidung, Artensterben, Umweltverschmutzung – nur ein kleiner Ausschnitt über Meldungen, die vom alltäglichen lokalen und globalen Rückgang der Biodiversität zeugen.

Umso erfreulicher ist die Meldung darüber, dass vier Großraubtiere (Bär, Luchs, Vielfraß und Wolf) sich zunehmend wieder in Europa etablieren und stabilisieren. 76 Autoren, darunter auch das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, aus 26 Ländern haben dazu Daten zusammengetragen und ausgewertet. Erschienen ist der Artikel im ‚Science Mag‘, einem der anerkanntesten und einflusreichsten wissenschaftlichen Journals auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

(Forst)Studenten können den Artikel in voller Länge über das Netzwerk der Universitäten lesen und herunterladen. Alle anderen fragen bitte einen Studenten ihres Vertrauens.

Link zum Artikel

Videotipp: ‚Wie Wölfe die Flüsse verändern‘

Auch diese Woche stellen wir ein interessantes und sehenswertes Video zum Thema Wolf, diesmal von ‚Sustainable Man‚, vor.  Es behandelt die ‚trophische Kaskade‘. Darunter versteht man ökologische Veränderungen in einem Lebensraum entlang der Nahrungskette, die von Topcarnivoren – wie dem Wolf – ausgelöst werden.

Der Wolf kehrte nach 70 Jahren Abwesenheit in den Yellowstone Nationalpark zurück. Die bis dahin angestiegenen Bestände an Schalenwild boten ihm eine gute Nahrungsgrundlage, doch darüber hinaus veränderte der Wolf insbesondere deren Äsungsgewohnheiten. Die Hirsche begannen weitläufige und vergraste Flusstäler zu meiden, da sie dort eine einfache Beute darstellten. In der Folge entstanden Auenwälder aus Pappel und Weide, die wiederum Lebensraum für Biber und diverse Vogelarten schufen. Der Biber wiederum formt Lebensräume für Amphibien und Otter. Aber auch auf großer Skala beeinflusst der Wolf das Ökosystem: durch den sich etablierenden Wald und weniger Erosion stabilisierten sich die Flüsse in ihrem Verlauf und geraten bei Hochwasserereignissen seltener aus ihrem gewohnten Flussbett.

trophische Kaskade

Das Video ist in englischer Sprache. Aber auch wer kein Englisch kann, wird an diesem Video Freude haben, denn das atemberaubende Bildmaterial ist vortrefflich zum Inhalt zusammengeschnitten.

Wolf Thema beim MDR

‚Die Rückkehr der Räuber – Wölfe überall‘ lautet die Sendung des Mitteldeutschen Rundfunks, die am vergangenen Dienstag Abend ausgestrahlt wurde.

Durch objektive Interviews mit Experten wie Betroffenen, sowie eine breite und ausführliche Recherche, freuen wir uns das Prädikat ’sehr sehenswert‘ vergeben zu können. Besonders spannend ist das Bildmaterial über die Lappjagd ab Minute 23.

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Der Beitrag kann über die MDR Mediathek abgerufen werden.

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