Das Märchen von objektiver Berichterstattung in der Zeitschrift ‚Jäger‘ zum Thema Wolf

Eine Hundebesitzerin in Niedersachsen bei Münster begegnet während ihres Spazierganges im Wald einem Rudel Wölfe. Die Jungen scheinen an ihren Hunden interessiert und flüchten nicht. Die Frau ist verängstigt und tritt ihrerseits den Rückzug an, erleidet daheim einen Zusammenbruch und verständigt den Notarzt. Tage später berichtet die Zeitschrift ‚Jäger‘ über diesen Vorfall. Während sich der Chefredakteur Lucas von Bothmer auf das Protokoll des Wolfsbeauftragten und ‚objektive Berichterstattung‘ beruft, geben sowohl der Verfasser des Protokolls als auch die betroffene Frau gegenüber dem NDR an, dass die Interpretation der Zeitschrift an der Realität vorbei gehe und Panikmache betreibe.

WolfHetze

In der Tat tauchen die reisserischen Textstellen der Zeitschrift im Protokoll überhaupt nicht auf. Auch in der Vergangenheit hat sich die Zeitschrift ‚Jäger‘ bereits einen Ruf im Umgang mit dem Thema Wolf erarbeitet. Es sei an die Schlagzeile erinnert, als ein Bundespolizist an der deutsch-polnischen Grenze einen LKW stoppte, auf dessen Ladefläche sich mehrere Wölfe und Luchse befunden hätten. Nachfragen bei der Polizeidirektion ergaben später, dass es einen solchen Vorfall nie gab. Es wurde zwar in der Tat auf einem LKW ein ‚Steppenwolf‘ sicher gestellt – dabei handelt es sich allerdings um eine Fahrradmarke.

Link zum aktuellen Beitrag über die Begegnung mit dem Wolf im NDR
Link zum ‚Steppenwolf‘ von Januar 2014