Jossgrund: Pressesprecherin kündigt Kurskorrektur an

Der BUND hatte Ende 2015 die Zustände im Forstamt Jossgrund (Hessenforst) angeprangert. Durch systematische Trophäenzucht seien dort 4000 ha Wald vollständig ökologisch und ökonomisch devastiert worden. Wir berichteten kürzlich.

Nun kündigt Pressesprecherin Petra Westphal eine Kurskorrektur an. Wie die MainPost gestern berichtete, bestätigte Westphal, dass die Wildschäden im Forstamt zu hoch seien, da die Trophäenjagd und damit verbundene hohe Wildbestände dort vor vielen Jahren einen hohen Stellenwert gehabt hätten. Der Kurswechsel werde mit dem gleichen Personal vollzogen, jedoch mit intensiver Begleitung durch übergeordnete Stellen.

Hans-Jürgen Bachmann, Leiter des betreffenden Forstamtes seit 25 Jahren, spricht derweil von „reißerisch-ideologischen“ Vorwürfen. Doch auch seine Bayerischen Kollegen meinen, dass an der hessischen Grenze ständig permanent jagdlich abgeschöpft werden müsste, um ein Überschwappen der hohen Rotwilddichten nach Bayern zu vermeiden.

 

Hessen: Rotwildskandal im Spessart

Bereits Ende letzten Jahres veröffentlichte der BUND Naturschutz einen Bericht über die Zustände des Waldes im hessischen Forstamt Jossgrund. Der Vorwurf: die jagdlichen Interessen der Forstbeamten hätten oberste Priorität, der Zustand des Waldes sei dabei zu einer Nebensächlichkeit verkommen und verschlechtere sich zunehmend.

Die folgenden Bildergalerien, alle Aufnahmen mit GPS unterlegt, bestätigen den desolaten Zustand des Waldes. Es werden extremste Verbiss- und Schälschäden gezeigt, die ihresgleichen suchen:

hessen

Dabei sollte man sich keiner Illusion hergeben, denn so extrem sie auf den ersten Blick erscheinen, diese Aufnahmen sind deutschlandweit keine Einzelfälle.
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