Bemerkungen über Horst Stern

Vergangene Woche ist Horst Stern im Alter von 96 Jahren verstorben. Stern war unter anderem Gründungsmitglied des BUND und Gründer sowie Chefredakteur des Umweltmagazins ’natur‘. Medial große Aufmerksamkeit erlangte er mit der Fernsehserie ‚Sterns Stunde‘, die sich stets kritisch reflektierend mit der heimischen Tier- und Umwelt auseinandersetzte. Mit der Folge ‚Bemerkungen über den Rothirsch‘ deckte er öffentlichkeitswirksam die absurden Ausuferungen des Trophäenkults auf der Jagd auf und führte damit letztendlich zur Änderung diverser Jagdgesetze. Der Film hat heute, fast 50 Jahre nach seiner Ausstrahlung, vielerorts kaum an Aktualität verloren. Stern befasste sich stets kritisch mit der Form der Jagdausübung und war einer der Initiatoren bei der Gründung des Ökologischen Jagdvereins Bayern. Mit ihm geht eine Ikone des Umwelt- und Naturschutzes von uns.

Lesen Sie mehr über sein Wirken im Nachruf der TAZ (Artikel von Manfred Kriener)

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Der ÖJV wünscht fröhliche Weihnachten

Im vergangenen Jahr hatten wir Horst Stern und dessen bemerkenswerten Film „Bemerkungen über den Rothisch“ vorgestellt. Einerseits weil dieser Film genau zum Heiligabend, noch dazu zur besten Sendezeit, ausgestrahlt wurde. Man stelle sich das nur heute einmal vor: investigativ kritisches und nachdenkliches Fernsehen zur Primetime im Ersten. Zum anderen, weil die Diskussion über die Bejagung des Rotwildes in Sachsen gerade dabei war sich ordentlich aufzuschaukeln.

Momentan scheint sich die Lage zu entspannen. Ein Forschungsprojekt wurde angestoßen. CDU und Grüne haben sich deutlich für die Notwendigkeit des Waldumbaus und der Reduktion der Wildbestände auf waldverträgliche Dichten ausgesprochen. Das aktuelle Verbiss- und Schälgutachten zeigt, dass dafür in vielen Teilen Sachsens noch ein weiter Weg zu gehen ist.

Die Aktivitäten Horst Sterns beschränkten sich aber nicht nur auf die Jagd. Er zeigte frontal die Zustände bei der Massentierhaltung, verdeutlichte die Folgen von Massentourismus in sensiblen Ökosystemen und rückte zu unrecht unbeliebte achtbeinige Tiere ins rechte Licht. Würde man seine Filme heute erneut zeigen, man würde ihr Alter nur am Bildformat erkennen. An Aktualität haben sie nichts verloren.

Jahrzehnte später spricht er als Zeitzeuge über sein Leben, seine filmischen Werke und die Wirkung seiner Arbeit. Dieses Video möchten wir Ihnen heute empfehlen. Der ÖJV Sachsen wünscht Ihnen fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.