Schalldämpfer beantragen

Die Jagdausübung mit dem Schalldämpfer ist in Sachsen nach § 18 des Sächsischen Jagdgesetzes verboten, jedoch dürfen Ausnahmen zugelassen werden.

§ 18 Sachliche Verbote

(1) Verboten ist auch, …

3. die Jagd unter Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln, Gasen oder von Schusswaffen mit Schalldämpfern auszuüben

(2) […] Die obere Jagdbehörde kann im Einzelfall, insbesondere zu Lehr- und Forschungszwecken, zum Zweck des Artenschutzes und beim Ansiedeln von Tierarten Ausnahmen von den Verboten des Absatzes 1 Nr. 1, 3 und 7 zulassen.

 

Dieser Abschnitt ähnelt dem Bayerischen Landesjagdgesetz. Dort sind Schalldämpfer zunächst auch per se verboten, Ausnahmeanträge auf Weisung des Ministeriums an die Behörden seit Ende 2015 aber generell positiv zu verbescheiden.

Es ist auch mit der momentanen Rechtslage in Sachsen demnach nicht unmöglich, die Jagd mit dem Schalldämpfer ausüben zu dürfen. Bisher wurde nur noch kein solcher Antrag positiv bewilligt. Die Entwicklung in anderen Bundesländern deutet jedoch an, dass es nur noch eine Frage des Zeitpunktes ist.

Antrag auf Ausnahmegenemigung stellen

Richten Sie ihren Antrag auf Bewilligung der Jagdausübung mit dem Schalldämpfer nach § 18 (2) SächsJagdG an:

Staatsbetrieb Sachsenforst
Obere Forst- und Jagdbehörde
Bonnewitzer Str. 34
01796 Pirna OT Graupa

Aus der Begründung muss hervorgehen, dass die Jagd ohne Schnalldämpfer für Sie unzumutbar ist. Verweisen Sie in Ihrer Begründung darum auf:

  • einen eventuell bereits bestehenden Gehörschaden (Gutachten vom HNO-Arzt)
  • die Einschätzung des BKA zum Thema Zulassung von Schalldämpfern zur Jagd (Az. SO/SO 11 101 – 2013-0014079990 vom 25.10.2013) wonach keine relevante Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch Schalldämpfer bei der Jagdausübung zu erwarten ist
  • ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz
  • den Schutz der anderen Jagdteilnehmer wie Treiber und Jagdhunde
  • den unzureichenden Schutz von Kapselgehörschützern (vom Hersteller angegebene Dämpfwerte werden nicht erreicht, Knallbrücken bei Brillenträgern, Abstreifen auf Nachsuche und beim Durchgehen)
  • den unzureichenden Schutz von In-Ear-Gehörschützern (vom Hersteller angegebene Dämpfwerte werden nicht erreicht, fallen bei Bewegung heraus und gehen verloren, Knall wird per Vibration über äußere Gehörknochen in das Innenohr geleitet)

Was kann man sonst noch tun?

Diese Frage war auch ein wichtiges Thema auf dem Schalldämpferseminar mit Dr. Christian Neitzel. Der Erfahrung nach hilft es ungemein, wenn eine hohe Nachfrage an die behördliche Basis weitergeleitet wird. Es muss ersichtlich werden, dass eine breite Mehrheit der Jägerschaft am Schalldämpfer interessiert ist.

  • Bekunden Sie bei den für Sie zuständigen Behörden (Waffenbehörde, Jagdbehörde) mit Verweis auf die Entwicklung in den anderen Bundesländern höflich und wiederholt, ob es auch in Sachsen Bestrebungen zur Legalisierung gibt und wann damit in Sachsen zu rechnen ist.
  • Schreiben Sie Ihrem Landtagsabgeordneten.