Fernsehtipp: „Die Waldgrafen und der Sturm“

Der ein oder andere kennt vielleicht schon das Revier Massow der Hatzfeldt-Wildenburg`schen Verwaltung in Brandenburg. Ein Hort ökologischer Waldwirtschaft inmitten der Kiefernwüste. Wer es noch nicht kennt, erhält dieses Jahr auf der ANW-Frühjahresexkursion die Gelegenheit dazu, die wir ausdrücklich empfehlen wollen.

Einen Vorgeschmack dazu gibt es heute Abend 18:15 Uhr im SWR in der Sendung „made in Südwest“.

SWR

Der ÖJV wünscht fröhliche Weihnachten

Im vergangenen Jahr hatten wir Horst Stern und dessen bemerkenswerten Film „Bemerkungen über den Rothisch“ vorgestellt. Einerseits weil dieser Film genau zum Heiligabend, noch dazu zur besten Sendezeit, ausgestrahlt wurde. Man stelle sich das nur heute einmal vor: investigativ kritisches und nachdenkliches Fernsehen zur Primetime im Ersten. Zum anderen, weil die Diskussion über die Bejagung des Rotwildes in Sachsen gerade dabei war sich ordentlich aufzuschaukeln.

Momentan scheint sich die Lage zu entspannen. Ein Forschungsprojekt wurde angestoßen. CDU und Grüne haben sich deutlich für die Notwendigkeit des Waldumbaus und der Reduktion der Wildbestände auf waldverträgliche Dichten ausgesprochen. Das aktuelle Verbiss- und Schälgutachten zeigt, dass dafür in vielen Teilen Sachsens noch ein weiter Weg zu gehen ist.

Die Aktivitäten Horst Sterns beschränkten sich aber nicht nur auf die Jagd. Er zeigte frontal die Zustände bei der Massentierhaltung, verdeutlichte die Folgen von Massentourismus in sensiblen Ökosystemen und rückte zu unrecht unbeliebte achtbeinige Tiere ins rechte Licht. Würde man seine Filme heute erneut zeigen, man würde ihr Alter nur am Bildformat erkennen. An Aktualität haben sie nichts verloren.

Jahrzehnte später spricht er als Zeitzeuge über sein Leben, seine filmischen Werke und die Wirkung seiner Arbeit. Dieses Video möchten wir Ihnen heute empfehlen. Der ÖJV Sachsen wünscht Ihnen fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.

 

Filmtipp: 3sat Nano

Es gibt sie noch – professionelle Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die dem Bildungsauftrag gerecht wird und für die man gern Gebühren zahlt. Die Sendung ’nano‘ (3sat) besteht aus 5-7 minütigen investigativen Beiträgen zu aktuellen Themen. In den letzten Monaten stand dabei auch häufiger die Jagd im Vordergrund. Wir haben die letzten Sendungen gesichtet und möchten drei Beispiele empfehlen:
straubinger

‚Gleichgewicht halten‘ vom 2. Februar besucht die Hatzfeld-Wildenburgische Verwaltung, die ökologische Jagd mit naturnahem Waldbau verbindet. Die gezeigten Waldbilder dort lassen die Herzen eines jeden Försters höher schlagen.

Kehl‚Wald oder Wild‘ vom 17. Dezember drückt die behandelte Problematik bereits im Titel des Beitrages aus. Im Fokus steht der Forst der Stadt Kehl. Auch hier werden die Waldbilder miteinander verglichen, die bei unterschiedlicher Jagdregie entstehen.

blei

‚Bleifrei jagen‘ vom 10. Oktober des vergangenen Jahres ist zu Besuch bei den Schweizer Ballistikern. Gleich vorweg: Keine Sorge vor dem Schweizerdeutsch, alle Protagonisten werden hochdeutsch nachgesprochen. Untersucht wird das Restgewicht und der Schusskanal von bleihaltigen und bleifreien Geschossen.

Links:
Gleichgewicht halten‚, ‚Wald oder Wild‚, ‚Bleifrei jagen‚. Alternativ können Sie auch einfach auf die jeweiligen Bilder klicken.

Das Märchen von objektiver Berichterstattung in der Zeitschrift ‚Jäger‘ zum Thema Wolf

Eine Hundebesitzerin in Niedersachsen bei Münster begegnet während ihres Spazierganges im Wald einem Rudel Wölfe. Die Jungen scheinen an ihren Hunden interessiert und flüchten nicht. Die Frau ist verängstigt und tritt ihrerseits den Rückzug an, erleidet daheim einen Zusammenbruch und verständigt den Notarzt. Tage später berichtet die Zeitschrift ‚Jäger‘ über diesen Vorfall. Während sich der Chefredakteur Lucas von Bothmer auf das Protokoll des Wolfsbeauftragten und ‚objektive Berichterstattung‘ beruft, geben sowohl der Verfasser des Protokolls als auch die betroffene Frau gegenüber dem NDR an, dass die Interpretation der Zeitschrift an der Realität vorbei gehe und Panikmache betreibe.

WolfHetze

In der Tat tauchen die reisserischen Textstellen der Zeitschrift im Protokoll überhaupt nicht auf. Auch in der Vergangenheit hat sich die Zeitschrift ‚Jäger‘ bereits einen Ruf im Umgang mit dem Thema Wolf erarbeitet. Es sei an die Schlagzeile erinnert, als ein Bundespolizist an der deutsch-polnischen Grenze einen LKW stoppte, auf dessen Ladefläche sich mehrere Wölfe und Luchse befunden hätten. Nachfragen bei der Polizeidirektion ergaben später, dass es einen solchen Vorfall nie gab. Es wurde zwar in der Tat auf einem LKW ein ‚Steppenwolf‘ sicher gestellt – dabei handelt es sich allerdings um eine Fahrradmarke.

Link zum aktuellen Beitrag über die Begegnung mit dem Wolf im NDR
Link zum ‚Steppenwolf‘ von Januar 2014

Filmtipp: ‚quer‘ (Bayerischer Rundfunk) – Waldbauern vs. Wolfgang Grupp (Trigema)

Wolfgang Grupp: „Wir haben eine rotwildfreie Zone in Missen – und bei mir haben wir pro forma eine rotwildfreie Zone, aber mit der Erlaubnis vom Landratsamt Sonthofen Rotwild zu füttern und Rotwild zu halten.“

grupp

Alles klar? Nein? Dann schauen Sie sich den aktuellen Beitrag in ‚quer‘ an. Das Thema Rothisch kommt gleich zu Beginn. Ein klarer Filmtipp von uns. Auch für die Anmoderationen hätte Moderator Christoph Süß eine eigene Late-Night Show verdient.

Link zur Mediathek des BR