Fernsehtipp: BR24 – Diskussion um „Körperbeweis“

Passend zum gestrigen Kolloquium erschien die vergangenen Tage ein kurzer Beitrag auf BR24. Hier wird die natürliche Waldverjüngung nach Schadereignissen thematisiert:

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Rückblick Winterkolloquium 2019

Am gestrigen Abend haben wir mit dem Winterkolloquium die Veranstaltungsreihe der Saison 2019 eingeläutet. Geladen hatten wir aufgrund des festlichen Anlasses – wir feiern  20 Jahre Jubiläum – eine Ikone der ökologischen Waldwirtschaft: Dr. Franz Straubinger.

Dr. Franz Straubinger ist Geschäftsführer der Hatzfeldt-Wildenburg´schen Verwaltung und berichtete über den Werdegang des Betriebsteils in Schönstein. Hier wurde der Forstbetrieb seit über 20 Jahren von Nadelholzdominierten Kahlschlägen zu gemischten und strukturierten Mischwäldern umgebaut. Wirtschaftlich und klimatisch stabile Wälder mit einem beispiellosen Reichtum an Baumarten, hohem Wertholzanteil und eine üppige Biodiversität von der Moos- bis zur Strauchschicht waren das hoch gesteckte Ziel. Grundlage dafür ist natürlich eine entsprechend waldfreundliche Jagdstrategie, die auch die erfolgreiche natürliche Verjüngung seltener und verbissgefährdeter Baumarten wie Weißtanne, Ahorn und Eiche ermöglicht.

Der Erfolg gibt ihm recht: die Verbissprozente belaufen sich inzwischen bei allen Baumarten unter 5%, an den hellen Waldsäumen tummeln sich verloren geglaubte Pflanzen, die wiederum Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger bieten. Verbissschutzmaßnahmen wie Zäune und Wuchshüllen kommen im Betrieb nicht mehr vor. Gleichzeitig profitiert der Wildbestand von der Aufwertung des Ökosystems. Nach einer Reduktionsphase stieg der Rehwildbestand erneut an und so wurden in den letzten Jahren konstant und nachhaltig 16 Rehe auf 100 ha erlegt. Dabei hat sich deren Gewicht seit Beginn der Umstellung signifikant erhöht, hochvitale Ricken setzen zwei bis drei Kitze und es kommt zu fast keinen Verlusten mehr durch den Straßenverkehr.

In Anbetracht der im Vergleich angespannten Situation in Sachsen drängte sich dem Zuhörer natürlich die Frage auf, wie der Betrieb dabei alle Jäger friedlich unter einen Hut bekommen und behalten konnte. Doch auch hier blieb uns Dr. Straubinger keine Antwort schuldig. Zunächst erhalten alle Jäger, gleich ob Betriebsleiter oder kleines Licht, die gleichen Jagdmöglichkeiten und Freigaben. Gejagt wurde fortan nur noch in Teams. Durch den regelmäßigen Kontakt finden damit zugleich stetiger Erfahrungsaustausch und Praxisgewinn statt. Individuelle Talente wurden innerhalb der Teams identifiziert und gezielt gefördert.

Die breite Öffentlichkeit konnte in Anbetracht der entstehenden Waldbilder leicht überzeugt werden. Doch auch auf diesem Feld ist stetige Arbeit aller Mitarbeiter auf allen Ebenen notwendig. Jeder Mitarbeiter und Mitjäger ist ein Multiplikator und trägt zum Erscheinungsbild des Betriebes bei. Entsprechend hoher Wert wird auf die Motivation des Teams gelegt. Der Wald steht jedem Interessierten offen, Waldführungen werden mit Gruppen jeglicher Couleur organisiert, vermitteln die eigenen Motive und finden regelmäßig Unterstützer für das eigene Handeln. Wissenschaftliche Begleitarbeiten und Projekte werden parallel unterstützt und angeregt.

Folglich wurden auch alle Teilnehmer des Kolloquiums sogleich eingeladen den Betrieb nicht nur auf der Präsentation, sondern vor Ort in Person zu besichtigen. Wir möchten dies natürlich nich ausschlagen und werden uns um eine baldige Terminfindung bemühen. Bis dahin verabschieden wir uns mit der einer der Kernbotschaften des Abends:

  • Diskutieren, aber nicht von oben herab
  • mit Kritik umgehen ohne Gram
  • individuelle Talente finden und fördern

Wer es nicht abwarten kann und derweil mehr über den Betrieb erfahren möchte, dem sei folgendes Video empfohlen: Die Grafen und der Sturm.

Diese Veranstaltung wurde aus Mitteln der Jagdabgabe gefördert. Wir danken dem Cateringservice der TU Dresden, dem Heinrich-Cotta-Club für die Leihe der Leinwand sowie unseren zahlreichen Helfern bei der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung!

 

 

Schalldämpfer in Sachsen wird wieder genehmigt

Mit Schreiben vom bereits 17. Dezember teilte das SMI mit, dass der Erwerb von Schalldämpfer zur Jagdausübung nun wieder genehmigt werden soll. Dazu hatte man sich nach intensivem Austausch zwischen den Länderministerien entschieden und bat um Information der unteren Waffenbehörden. Es sei nicht davon auszugehen, dass zukünftig Jägern der Erwerb von Schalldämpfern aufgrund persönlicher Gesundheitsvorsorge verwehrt werden würde.

Vorausgegangen war das Urteil des Bundesverwaltungsgericht aus November 2018, welches einem Jäger aus Berlin das Bedürfnis zum Erwerb des Schalldämpfers verwehrte. Sachsen hatte daraufhin die Genehmigung generell ausgesetzt. Die Richtigkeit der Tatsachenfeststellung des Verwaltungsgerichts Berlin zu den Ausführungen von „Waidgerechtigkeit“ und In-Ear- sowie Kapselgehörschutz, auf die sich das Verwaltungsgericht stützt, wurde allgemein angezweifelt und traf im Kreise der Jäger auf Ablehnung.

Update 17. Januar:

Auch auf Bundesebene scheint sich die Lage sichtlich zu entspannen. Wie mehere Jagdportale berichten (Artikel Jagderleben) plant das Bundesinnenministerium eine entsprechende Änderung des Waffenrechts, um die Genehmigungspraxis einiger Länder auf eine entsprechend sichere rechtliche Grundlage stellen zu können.

 

Zum 20. Jubiläum: „Jagd im Fokus der Öffentlichkeit“ – Einladung zum ÖJV-Winterkolloquium 2019

Wie selten zuvor rückte die Jagd im ausklingenden Jahr in eine stetige mediale Präsenz. Sei es die voranschreitende Afrikanische Schweinepest und die mit ihr verbundenen Ängste und Forderungen nach einer radikalen Reduktion der Wildschweinpopulation mit Saufängen und Nachtzieltechnik oder der andauernde Disput zu Waldumbau und Rotwildbejagung in Sachsen.

Wir Jäger müssen den ständigen Spagat vieler Interessengruppen meistern, Ziele der Langeigentümer mit dem Naturschutz unter einen Hut bringen und wollen gleichzeitig bei unserem eigenen Erleben der Jagd nicht zu kurz kommen. Doch wie vermittelt man das jagdliche Handeln heute einer breiten Öffentlichkeit, die sich vermeintlich durch modernen Lebenswandel immer weiter aus der Natur entfernt? Fakt ist, dass eine Jagd ohne breite Akzeptanz in der Bevölkerung keine Zukunft haben kann.

PosterWinterkolloquium2019_klein

Wir möchten mit Ihnen das Thema „Jagd im Fokus der Öffentlichkeit“ ansprechen und laden Sie dazu herzlich am 16. Januar 2019, um 18:00 Uhr, in den Roßmäßlerbau (Mensa der Fachrichtung Forstwissenschaften, Pienner Str. 15, 01737 Tharandt) in Tharandt zum ÖJV-Winterkolloquium ein.

Als Referenten des Abends konnten wir Dr. Franz Straubinger gewinnen. Er ist Geschäftsführer der Hatzfeldt-Wildenburg´schen Verwaltung und renommierter Forst- und Jagdpraktiker. Im Anschluss des Vortrags findet eine offene Diskussionsrunde mit Fragen aus dem Publikum statt.

Das Winterkolloquium wird vom ÖJV Sachsen traditionell jährlich im Januar in den Räumen der Forstwissenschaften organisiert und hat sich inzwischen zu einer festen Größe etabliert. Jedes Jahr wird ein namhafter Referent zu einem aktuellem und brisanten jagdlichem Thema eingeladen und steht im Anschluss zur Diskussion bereit. Die Veranstaltung ist für alle Jäger und Interessierte offen und kostenlos. Dieses Jahr feiert der ÖJV Sachsen das 20. Jubiläum.

Breite Front lehnt Positionspapier des Landesjagdverbandes und der Hegegemeinschaften ab

Am 18. Oktober stellten der Landesjagdverband Sachsen und die Hegegemeinschaften Erzgebirge, Oberes Vogtland und Tharandter Wald ein Positionspapier an die politischen Entscheidungsträger zur Rotwildbejagung in Sachsen auf.

Gegen dieses Positionspapier hat sich nun eine breite Verbändefront, bestehend aus Naturschutzbund, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Stiftung Wald für Sachsen, der ANW, der Grünen Aktion Westerzgebirge und dem Sächsischen Waldbestizerverband ausgesprochen und die wesentlichen Punkte in einem offenen Brief abgelehnt. Auch der ÖJV Sachsen ist Unterzeichner des Briefes und lehnt die Forderungen des Landesjagdverbandes sowie der Hegegemeinschaften ab.

Offener Brief Rotwild 2018

 

Bundesverwaltungsgericht: Jäger haben keinen Anspruch auf Schalldämpfer

In einem Urteil vom 28. November hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einem Jäger das Bedürfnis zum Erwerb eines Schalldämpfers für seine Jagdbüchse abgesprochen. Der Jäger wohnt in Berlin und übt die Jagd in Brandenburg aus. Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichtes wären alternative Mittel wie Kapsel- und In-Ear-Gehörschützer gleich wirksam. Diese Feststellung zur Wirksamkeit wird von Waffensachverständigen in Praxistests jedoch negiert: lediglich der Schalldämpfer erreicht Dämpfwirkungen die ausreichend sind um arbeitsschutzrelevante Grenzwerte der Lärmbelastung für das Gehör einzuhalten. Letzterer Feststellung schloss sich 2017 auch das Verwaltungsgericht Köln an.

Der Fall erinnert an das Urteil zum Halbautomaten von vor zwei Jahren. Damals hatte das Bundesverwaltungsgericht Anfang März 2016 in einer Einzelfallentscheidung geurteilt, dass Jäger Halbautomaten mit wechselbarem Magazin nicht ohne besonderes Bedürfnis besitzen dürfen. Das Urteil hatte zur Folge, dass bundesweit die Jäger zeitweise ihre Selbstladebüchsen nicht zur Jagd führen konnten, bis durch eine Änderung des Bundesjagdgesetztes wieder Rechtssicherheit hergestellt werden konnte.

Update 6. Dezember:

Das Sächsische Innenministerium teilt uns mit

  • Ohne vorliegende Urteilsbegründund lässt sich noch nicht abschätzen, ob die sächsische Regelung zum Erwerb des Schalldämpfers zur persönlichen Gesundheitsvorsorge betroffen und ob es Auswirkungen auf bereits erteilte Genehmigungen geben wird.
  • Die Unteren Waffenbehörden sind angehalten, die bestehende Regelung zur Genemigung des Schalldämpfers ‚zum Schutze der Antragssteller‘ auszusetzen.

Aktuell scheint Sachsen damit das einzige Bundesland zu sein, das von seiner bestehenden Genehmigungspraxis zurückweicht (Link zu Reaktionen der Bundesländer auf jagderleben.de).

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2018

Sehr geehrte Mitglieder des ÖJV Sachsen,

am Freitag, den 30.11.2018, findet unsere diesjährige Jahreshauptversammlung im Cafe am Markt, Markt 9, 08297 Zwönitz, um 16:00 Uhr, statt.

Tagesordnung:
1. Begrüßung durch den Vorsitzenden
2. Bericht des 1. Vorsitzenden und des Geschäftsführers
3. Bericht des Schatzmeisters
4. Bericht der Kassenprüfer
5. Entlastung des Vorstandes, des Schatzmeisters
6. Nachwahl für verstorbene / ausgeschiedene Vorstandsmitglieder
7. Sonstiges / Anträge / Diskussionen
8. Schlusswort des Vorsitzenden

Anträge zur Mitgliederversammlung sind bitte schriftlich bis zum 23.11.2018 an den Vorstand zu richten.

Mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil,
Henrik Thode

Professionelles Schießtraining 2018 des ÖJV Sachsen

Die Wahrung des Tierschutzes ist ein Kernanliegen des ökologischen Jagdvereins. Besonders die herbstlicht Drückjagd verlangt von uns Jägern dabei stets einen kühlen Kopf, einen sicheren Umgang mit der Büchse, und nicht zuletzt Treffsicherheit, um unnötiges Tierleid vermeiden zu können. Konkret: stetiges Schießtraining.

Am gestrigen Samstag, den 22. September, haben wir darum mit 20 Teilnehmern in kleinen Gruppen ein professionelles Schießtraining durchgeführt und uns dazu namenhafte Unterstützung an Land gezogen. Christian Beitsch, Bundesmeister im jagdlichen Schießen, trainierte uns auf der Bahn auf statische Ziele. Geschossen wurde dabei sitzend aufgelegt und stehend freihändig bei Distanzen von 25 bis 100m. Es standen die Bildung einer festen 3-Punkt-Auflage, das korrekte Abziehen mit dem Schussfinger und die Atemtechnik im Vordergrund. ÖJV-Schießtrainer Jörg Josef Langer unterwies uns in Techniken auf dynamische Ziele im Schießkino. Er optimierte unsere Fußstellung, Körperhaltung und demonstrierte verschiedene Zieltechniken. Beginnend mit einer langsamen und verhoffenden Sau wurde dann die Schwierigkeit in den Punkten Geschwindigkeit und Diagonale gesteigert, sodass jeder seine Grenze für die Praxis finden konnte.

Als Novum konnte jeder Teilnehmer dieses Jahr den Treffsicherheitsnachweis erwerben. Dabei wird nicht nur die reine Teilnahme, sondern auch das tatsächliche Ergebnis beurteilt.

Unser Dank gilt Christian Beitsch und Jörg Josef Langer für die zahlreichen Hinweise, sowie dem Schießkino Mitteldeutschland und der Schützengesellschaft Crinitzberg.

Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Jagdabgabe gefördert.

Drückjagdvorbereitung: am 22. September Schießtraining mit dem Deutschen Meister Christian Beitsch

Der ÖJV Sachsen lädt am 22. September 2018 zur Drückjagdvorbereitung von 9 bis 15 Uhr in das Schießkino Mitteldeutschland (Schortentalstraße 28, 07613 Heideland) ein. Besonders freuen wir uns dabei über die professionelle Unterstützung des Deutschen Meisters Christian Beitsch, der uns an diesem Tag als Schießtrainer anleiten und begleiten wird.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir bitten daher um Voranmeldung an die Geschäftsstelle (Email: sachsen@oejv.de, Telefon: 035203 – 447557; bei Anmeldung per Email geben Sie bitte eine Telefonnummer zur Kontaktierung und ihr benötigtes Kaliber zur Munitionsbestellung vor Ort an).

 

Änderung Jagdgesetz: Schalldämpfer, Saufang und Nachtzieltechnik

Ab nächster Woche treten die Änderungen am sächsischen Jagdgesetz in Kraft. Was wird sich ändern?

Die Jagd mit dem Schalldämpfer wird legalisiert. Aktuell scheint es bei der Beantragung noch kein einheitliches Bild innerhalb der zuständigen Behörden zu geben. Nach bisheriger Erfahrung und Rückfrage gehen wir von folgendem Verfahren aus:

  1. Für den Kauf benötigen Sie einen Voreintrag in der Waffenbesitzkarte. Beantragen Sie dazu den Schalldämpfer bei der Waffenbehörde Ihres Kreises. Eine umfangreiche Begründung ist dazu nicht mehr notwendig.
  2. Mit dem Voreintrag können Sie im Fachhandel einen Schalldämpfer erwerben. Der Verkäufer übernimmt in der Regel die Eintragung von Fabrikat und Seriennummer.
  3. Nach dem Kauf müssen Sie innerhalb von 14 Tagen nochmals auf der Waffenbehörde vorstellig werden.

Auf einigen Seiten wurde der Eindruck suggeriert, dass ab sofort auch Nachtzieltechnik allgemein legalisiert werden sollte. Dies ist nicht korrekt. Es wird mit der Gesetzänderung die Möglichkeiten geschaffen, in Einzelfällen, zeitlich befristet und personengebunden die Jagd mit Nachtzieltechnik auf Schwarzwild zu ermöglichen. Dies wird nach aktuellem Stand also nur einen kleinen Personenkreis der Jäger betreffen, der behördlich bestellt wird.

Außerdem kann die Fallenjagd auf Schwarzwild nun abweichend geregelt werden, wenn die Afrikanische Schweinepest in der Bundesrepublik oder in einem an Sachsen angrenzenden Staat aufgetreten ist. Dies ist mit Polen und der Tschechischen Republik aktuell bereits der Fall. Wie diese Regelungen explizit ausfallen werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Einzelheiten dazu werden wahrscheinlich durch eine Änderung der Jagdverordnung regegelt werden.