Bündnis 90/Die Grünen: Rotwildbestände in weiten Teilen Sachsens zu hoch für naturnahen Waldumbau

Die Grünen in Sachsen sehen sich nach der Anhörung der Sachverständigen im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft  in ihrem Antrag zum naturnahen Waldumbau bestätigt.

Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Wolfram Günter erklärte anschließend, dass „insbesondere der Einfluss des Rot- und Rehwildes bei der Entwicklung der Waldverjüngung und der Bodenvegetation auch in den sächsischen Wäldern eine wesentliche Rolle spielt. Gegenwärtig sind die für den Waldumbau besonders geeigneten Baumarten wie Weißtanne, Eiche, Buche und Edellaubbaumarten wie Bergahorn, Ulme, Linde in einigen sächsischen Regionen durch Wildverbiss gefährdet. Die Wildbestände insbesondere des Schalenwildes und hier des Rotwildes sind derzeit für einen Waldumbau ohne kostenintensiven Zaunbau in weiten Teilen Sachsens zu hoch. Das jagdliche Ziel, auf Dauer verträgliche Wilddichten zu schaffen und die Naturverjüngung ohne Zäune weitgehend zu ermöglichen, wurde in vielen sächsischen Regionen bisher deutlich verfehlt. Positive Beispiele für gelingenden Waldumbau mit angepassten Wilddichten sind die Reviere in Eibenstock, im Tharandter Wald und in Cunnersdorf. Hier können Tannen ohne Zäune nachwachsen.“

Stellung bezogen hat auch die Partei Die Linke, allerdings mit komplett konträren Schlussfolgerungen aus der Veranstaltung. Kathrin Kagelmann (Die Linke) erklärte: „Dabei ist in der Wissenschaft längst Allgemeingut, dass es den einfachen Zusammenhang zwischen hoher Wilddichte und großen Schäl- und Verbissschäden so nicht gibt.“

Diese Aussage, gern in Jägerkreisen als Schutzschild für weitere Erhöhung der Wilddichten missbraucht, wird durch mehrfache Wiederholung dennoch nicht wahr. Frau Kagelmann bleibt auch die Namen der wissenschaftlichen Urheber leider schuldig.

Die Realität belegt quantitativ messbar anhand von Verbiss- und Schälgutachten in Sachsen das Gegenteil: wo viel Wild vorhanden ist, entstehen auch die meisten Schäden. Aus gegebenem Anlass möchten wir darum auf die Publikation zum „Wald-Wild-Konflikt“ verweisen. Daran waren maßgeblich vier promovierte Wissenschaftler aus drei forstlichen Fakultäten beteiligt. Damit erfüllt dieses Schriftstück wohl eher das Prädikat „Wissenschaftlichen Allgemeinguts“.


Pressemitteilung Die Grünen
Pressemitteilung Die Linke