Wer in England die waldbezogene Avifauna retten möchte, sollte mehr Wildfleisch essen

Zu diesem Schluss kommt eine Forschungsgruppe der Universität in Nottingham. Anstoß der Analyse ist der dort stetige Rückgang der in Wäldern vorkommenden Vogelarten. Neben dem natürlich vorkommenden Rehwild und Rotwild wurden in England zusätzlich Damwild, Sikawild, Muntjaks und das Wasserreh ausgewildert. Durch eine Kombination aus fehlenden Prädatoren, nachlassendem Management durch die Jagd und Winteräsung auf den Feldern nehmen die Wilddichten der Hirschartigen dort wie auch in Deutschland stetig zu. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hatte sich damit auch sichtlich die Struktur der Wälder verändert.

Die Forschergruppe hat per Laserscanning die Struktur der Wälder untersucht und dabei Regionen mit hoher und geringer Wilddichte verglichen. Sie kamen zum Schluss, dass die Anzahl und Dichte von Sträuchern und kleinen Bäumen im Höhenbereich bis zu 2 Metern bei hoher Wilddichte um 68% geringer ausfällt. Gerade dieser Bereich ist jedoch essenziell für die meisten Vogelarten.

Diese Ergebnisse stellen damit erneut in Frage, ob Rotwild in Waldlebensräumen überhaupt als „Schirmart“ gelten kann.

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Links:

Drückjagdvorbereitung am 2. September

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde des ÖJV Sachsen, am 2. September wollen wir uns gemeinsam von 9-12 Uhr im Schießkino Mitteldeutschland auf die anstehende Drückjagdsaison vorbereiten. Das Kino bietet eine außergewöhnlich große Leinwand, sowie vorzügliche Entlüftung und Schallabsorption. Wir denken daher, dass sich die weitere Anreise definitiv lohnt.

Treffpunkt: Schortentalstraße 28, 07613 Heideland/Königshofen
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme über die Geschäftsstelle per Email an sachsen@oejv.de an.

Im Anschluss daran werden wir um 14 Uhr die Jahreshauptversammlung in Krumhermersdorf bei Zschopau abhalten. Die Einladung dazu wird noch gesondert erfolgen.

Mais mit Blüh- und Bejagungsstreifen

Ab diesem Jahr sind bei der Maisaussaat freigelassene Blüh- und Bejagungsstreifen in der Antragssoftware für Landwirte (DIANA) integriert, wie das Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie informiert. Die entsprechend angelegten Schläge werden bei Berechnungen und Kontrollen so behandelt, als handele es sich um ein vollständig mit Mais angebauten Schlag. Dazu müssen diese lediglich mit dem Nutzungscode 177 versehen werden.

Hintergrund des Updates ist die Notwendigkeit der Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände in Sachsen und dem damit verbundenen Maßnahmenkatalog der Freiberger Erklärung aus dem Jahre 2014.

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Weiterführende Informationen:

 

Schalldämpfer, Stadtschweine, jagen für den Wald

Die Blätter treiben aus, die Vögel zwitschern und die Böcke fegen – es wird Frühling. Kurz vor dem Start der österlichen Jagdsaison möchten wir Sie noch eben mit einigen Neuigkeiten vertraut machen.

  • Bereits Ende März hat das Innenministerium in Mecklenburg-Vorpommern per Erlass allgemein den Schalldämpfer für die Jagd freigegeben. Die Regelung ist unabhängig von einer eventuellen Vorschädigung des Gehörs. In Mecklenburg-Vorpommern fällt der Schalldämpfer nicht unter die sachlichen Verbote des Jagdgesetz.
  • Ganz anders entschied letzte Woche in Sachen Schalldämpfer das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Es sieht kein allgemeines Bedürfnis für Jäger bei der Jagdausübung. Die vollständige Urteilsbegründung liegt noch nicht vor, die ersten Informationen sind aber bereits haarsträubend. So werde die Verwendung von Schalldämpfern zur Jagd „kontrovers beurteilt und sei bis heute in den Landesjagdgesetzen verschiedener Bundesländer sogar ausdrücklich verboten“. Damit lebt das Gericht noch in der Vergangenheit. Die Stimmen gegen den Schalldämpfer haben sich seit Jahren gelegt, wohl wissend, dass sie lediglich auf Vorurteilen und Agentenfilmen beruhten. Auch der DJV sprach sich bereits 2013 einheitlich für den Schalldämpfer aus. Bei aktuellen Jagdrechtsnovellen wie in Thüringen wird das Thema Schalldämpfer bereits nüchtern ad acta gelegt.
  • Entgegen der Erwartungen ernährt sich das Schwarzwild in Großstädten wie Berlin nur zu geringen Anteilen von Müll und Abfällen, sondern ganz überwiegend von natürlichen Ressourcen. Zu diesem Ergebnis kam das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung bei der Auswertung des Mageninhalts von rund 250 erlegten Wildschweinen. In nur vier Fällen konnten Wurstbrot oder Plastikteile nachgewiesen werden.
  • Der ÖJV Bayern hat ein zweites Video auf YouTube veröffentlicht. Diesmal lautet das Thema „Jagen für den Wald“:

Der Sauensäger lädt ein zum Ansitz

Bald geht die Saison wieder los. Wer noch auf der Suche nach einer Jagdmöglichkeit in angenehmer und ungezwungener Gesellschaft und tollem Ambiente ist, für den haben wir heute eine gute Nachricht: Der Sauensäger lädt zum Ansitz (und im Winter zur Drückjagd) ein.

Die Teilnahme für Mitglieder ist kostenfrei, die Anzahl aber begrenzt. Entsprechend wird eine Voranmeldung an blockhausen@aol.com vorausgesetzt. Die Termine finden Sie HIER.

Sonntag: Jägerprüfung live im Ersten

Filmtipp: Diesen Sonntag wird in Jägerkreisen kriminaltechnisch ermittelt. Keine Sorge, der Schuss ins Brötchen wird nicht wiederholt (leider). Vielmehr: Karl-Friedrich Boerne macht den Jagdschein. Wen hätte man auch besser als Aspiranten auswählen können, um alte und natürlich völlig zu Unrecht vergebene Klischees abzubauen?

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Wir sind gespannt und freuen uns auf jede Menge Trachten und Jägerlatein. Mit etwas Glück erwarten wir die Geburtsstunde eines neuen Klassikers!

Sonntag in der ARD, 20:15 Uhr (mit einem Klick auf das Beitragsbild gelangen sie zur Vorschau)

 

Waldwissen zum hören (und sehen): das Reh

Kennen Sie schon forstcast.net? Unter dem Motto „Waldwissen zum Hören“ wurden und werden dort Podcasts zu verschiedenen waldbezogenen Themen veröffentlicht. Die Jagd spielte dabei ebenso häufiger eine Rolle. Der neuste Beitrag behandelt in gelungener Weise das Rehwild und ist außerdem als Video verfügbar:

forstcast.jpg

Schauen Sie mal vorbei. Ebenfalls empfehlen wir:

EU verschärft das Waffenrecht, geringe Auswirkungen auf deutsche Jäger

Das EU-Parlament hat das Waffenrecht verschärft. Die Abgeordneten stimmten einer Richtlinie zu, die als Reaktion auf die Anschläge in Paris erarbeitet wurde. Die vorgesehenen Änderungen betreffen

  • Registrierung und behördliche Kontrolle deaktivierter Dekorationswaffen
  • Verbot von halbautomatischen Waffen mit vergleichsweise großen Magazinen

Die Änderungen müssen noch von den einzelnen Mitgliedsländern gebilligt werden.

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Link: Tagesschau

Gleich: Waffenrecht heute wieder Thema im Bundestag

Es liegt noch nicht lange zurück, dass der Halbautomat nicht mit zur Maisernte genommen werden durfte. Nun wurde ein neuer Gesetzentwurf des Bündnis 90/Die Grünen zum Waffenrecht vorgebracht. Dieser beinhaltet unter anderem folgende Punkte:

  • Privatpersonen die Nutzung halbautomatischer Schusswaffen verbieten, wenn diese nach objektiven Kriterien besonders gefährlich sind.
  • die Verwendung von Großkaliberwaffen und Munition mit besonderen Schusswirkungen im Sinne einer erhöhten Durchschlagskraft oder einem gesteigerten Verletzungspotenzials durch Sportschützen verbieten.
  • strenge Aufbewahrungsregeln für Schusswaffen und Munition, die u.a. die getrennte Lagerung von Schusswaffen und zugehöriger Munition in Sicherheitsfächern, sowie effektive Kontrollen durch den autorisierten Besitzer vorsehen, und die besondere Missbrauchsgefahr angemessen berücksichtigen, die sich aus der gleichzeitigen Verfügbarkeit von schussfähigen Waffen und Munition in Privathaushalten ergibt.

Die Debatte kann live ab 11:10 Uhr über http://www.bundestag.de/ verfolgt werden.

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Update:

  • Martina Renner (Die Linke) hält Repetiergewehre für halbautomatische Waffen
  • Der Antrag wurde abgelehnt